Eine Uniklinik für Niederbayern ist eine hervorragende Idee

„Eine Uniklinik für Niederbayern ist eine hervorragende Idee“, sagt Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK). Vehement widerspricht der Präsident jedoch jüngsten Medien-berichten, die die künftigen Studienplätze am Campus Metten der österreichischen privaten wissenschaftlichen Hochschule Krems, die Bachelorstudiengänge für Angewandte Gesundheitswissenschaften an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD), die Bachelor- und Masterstudiengänge am European Campus in Pfarrkirchen oder die Hebammenstudienplätze an bayerischen Hochschulen dazurechnen. Der Campus Metten sei mit einem universitären Medizinstudium nicht vergleichbar und die Gesundheitswissenschaften an der THD hätten mit der Ausbildung zum Arzt nichts zu tun. „Man kann die hier genannten Zahlen an Ausbildungsstätten für medizinische Berufe nicht einfach hochrechnen, wenn man auch die Hebammenplätze hinzuzählt“, so Quitterer.

Die Aussage in der Koalitionsvereinbarung zwischen CSU und FREIE WÄHLER laute: „Wir werden die Medizinerausbildung durch die Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020 an die aktuellen Erfordernisse anpassen. Wir erhöhen die Zahl der Studienplätze um über 2.000 Plätze.“ Quitterer: „Ich begrüße die in einem gemeinsamen Antrag von SPD und FDP formulierte Forderung nach einer Medizinischen Fakultät in Passau.“ Zu überlegen ist, in welcher Form das geschehen kann – ob per Kooperation mit einer anderen, bereits existenten Universität (z. B. Erlangen/Bayreuth) oder einer eigenen Medizinischen Fakultät an einer Universität (bspw. Augsburg). Für die ärztliche Ausbildung reklamiert Quitterer wiederholt eine akademisch-universitäre Ausbildung. „Wir stehen vor einem dramatischen Problem der gesunkenen Studienplatzzahlen (seit der deutschen Wiedervereinigung) bei einem zeitgleichen Wandel des Arztberufes angesichts der demografischen Entwicklung sowie neuer Arbeitsbiografien“, so der Präsident. Es obliege dem Staat, Universitäten mit Medizinischen Fakultäten in ausreichender Anzahl bereitzustellen und zu finanzieren. Dies sei sein Bildungsauftrag und Teil seiner Daseinsvorsorge. „Wir benötigen eine universitäre Medizinerausbildung, weil wir in einem globalen Wettbewerb auf mehr und nicht weniger wissenschaftlich orientierten Inhalt und Fähigkeit zum Umgang mit sich überlagernden Themen setzen müssen“, so Bayerns Ärztechef abschließend.

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