78. Bayerischer Ärztetag – Tag 2 der Arbeitstagung

Der 78. Bayerische Ärztetag (BÄT) fasste am zweiten Tag der Arbeitssitzung in München unter anderem Beschlüsse zum Impfen, zur psychischen Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten und zur Reisekostenordnung.

Impfen

Der 78. BÄT forderte die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen (GKV und PKV) sowie die zuständigen Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung und die Politik auf, kurzfristig die Rahmenbedingungen für eine jährliche honorierte ärztliche Beratung zum Impfstatus zu schaffen. Diese „ergebnisoffene Impfberatungsziffer“ müsse ausreichend honoriert und dürfe in diesem Fall nicht direkt an eine Impfleistung gekoppelt sein, so der Beschlusstext. Die Delegierten forderten darüber hinaus die rasche Einführung und Förderung einer evidenzbasierten Impfsoftware als „Decision-Support-System“ und mit einem entsprechenden individualisierten Recall-System. Parallel dazu müssten die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, für die Patienten einen kostenlosen elektronischen Impfpass, der an die Impfpraxis gebunden und mit einem individuellen Erinnerungssystem verbunden ist, kurzfristig etablieren zu können.

Psychische Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten

Das neue Genfer Gelöbnis verpflichtet Ärztinnen und Ärzte zur Wahrung ihrer eigenen Gesundheit. Dazu gehöre auch die psychische Gesundheit. Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) unterstützt im Sinne eines salutogenetischen Ansatzes ihre Mitglieder durch den Aufbau eines Netzwerkes zur psychosozialen Unterstützung. In Zusammenarbeit mit dem Verein Psychosoziale Kompetenz und Unterstützung in der Akutmedizin (PSU-Akut) soll ein bayernweites System zur psychosozialen Unterstützung in traumatisierenden Situationen für Ärztinnen und Ärzte in allen Tätigkeitsbereichen geschaffen werden. Dazu zähle insbesondere die Ausbildung der dafür notwendigen Peers, die Erarbeitung und Implementierung von Einsatzkonzepten, die systematische Weiterentwicklung von Betreuungsstrukturen und Schutzmaßnahmen sowie die kontinuierliche Evaluation dieser Aktivitäten. Hierüber soll jährlich dem BÄT berichtet werden.

Reisekostenordnung

Die Delegierten beschlossen eine Änderung der Reisekostenordnung: Für jeden zurückgelegten Kilometer werden in Zukunft nur noch  0,40 Euro statt bisher 0,70 Euro, unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel, erstattet. Hierbei soll das ökologisch günstigste Verkehrsmittel gewählt werden. Die Delegierten wollten damit ein Zeichen in der Diskussion um den fortschreitenden Klimawandel setzen. Funktionsträger und Delegierte der BLÄK sollen für Reisen im Auftrag der BLÄK grundsätzlich das Verkehrsmittel wählen, das die Umwelt am wenigsten belastet.

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