Prosit 2019!

„„Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlergehen und meine Fähigkeiten achten“. – „Wir machen die Passage aus dem Genfer Gelöbnis zum Thema und halten eine Innenschau. Auf dem kommenden Deutschen Ärztetag im Mai in Münster werden wir uns voraussichtlich mit dem Titel ‚Arztgesundheit – wenn der Beruf krank macht‘ beschäftigen. Wir kümmern uns um uns selbst. Um den Mensch Arzt. Der Erhalt unserer eignen Ge-sundheit soll einen anderen Stellenwert bekommen.“, schreibt Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer in der Januar-/Februarausgabe 2019 des Bayerischen Ärzteblattes.

In einer Zeit der geforderten Rundumverfügbarkeit ärztlicher Leistungen sei dies dringend geboten. Was können und was müssen Ärztinnen und Ärzte leisten? Die Frage dürfe gestellt werden vor dem Hintergrund einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten pro Jahr in Deutschland, im Durch-schnitt 17 pro Patient. Es sei richtig, dass jeder Kranke zu jeder Zeit und an jedem Ort die erforderliche medizinische Behandlung auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse erhalte. Die Notaufnahme eines Krankenhauses mit Bagatellerkrankungen zu überlaufen, gehöre je-denfalls nicht dazu. „Die Forderungen nach einer Terminvergabe rund um die Uhr und nach immer mehr Sprechstunden bedienen eine falsche Erwartungshaltung bei den Patienten und bringen uns Ärzte in ein Dilemma. In die Position derer, die einerseits die Patienten nicht wegschicken dürfen, andererseits am Bedarf vorbei behandeln und damit wiederum die Patientenerwartung auf eine 24-Stunden-Versorgung von Befindlichkeiten nähren“, schreibt Quitterer.

Arztgesundheit bedeute sowohl die Einhaltung der Arbeitszeitgesetze in den Krankenhäusern als auch die Entlastung im ärztlichen Bereitschaftsdienst, wie dies in Bayern durch dessen Neuorganisation ermöglicht wurde. Eine gesunde „Work-life-balance“ geling dort nicht, wo der Beruf krank mache: Durch Arbeitszeitverdichtung infolge zunehmender Kommerzialisierung und Ökonomisierung. Diese halte dort Einzug, wo sich Konzerne im Gesundheitswesen breit machten und Leistungszahlen forderten. „Ich konstatiere, dass jemand, der nie an einem Operationstisch stand, nicht nachvollziehen kann, dass ein Operationssaal kein Fließband, sondern ein Hochrisikobereich ist“, schreibt Bayerns Ärztechef. Stattdessen kämen in immer kürzeren Abständen Gesetze, die ärztliches Tun reglementierten sowie Aussagen, die mit Wertschätzung des Berufsstandes nichts zu tun haben, „denn natürlich betreiben wir Ärzte in unserer Freizeit auch Sport – und das ist zu begrüßen“.
Mehr zu „Prosit 2019!“ lesen Sie in der Januar-Februarausgabe 2019 des Bayerischen Ärzteblattes unter www.bayerisches-ärzteblatt.de.

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